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Die ersten zehn Minuten verschlafen

(bro) (chh) Am Tag der Deutschen Einheit stand das erste Auswärtsspiel der SGH Waldbrunn/Eberbach an. Gastgeber war die Mannschaft des BSC Mückenloch, die ihre Heimspiele in der Münzenbachhalle Neckargemünd austrägt. Die ohnehin schon schwere Aufgabe Punkte aus dieser Auswärtspartie mitzunehmen, wurde durch das Fehlen des etatmäßigen Rückraums zusätzlich verschärft. So mussten erneut Spielerinnen aus dem „Ruhestand“ reaktiviert werden, um überhaupt eine Mannschaft stellen zu können. Die Mannschaft des BSC Mückenloch hingegen konnte aus dem Vollen schöpfen und war darauf bedacht, weiterhin ohne Verlustpunkte zu bleiben.

Angesichts dieser Voraussetzungen wirkte die Mannschaft der SGH Waldbrunn/Eberbach zunächst wie gelähmt. Von Beginn an war das Spiel sehr statisch und gehemmt. Kein Druck, kein schnelles Stoßen, ungenaue Pässe an den Kreis sowie technische Fehler machten es dem BSC einfach, schnell für klare Verhältnisse zu sorgen. Der Blick auf die Anzeigetafel schockierte nicht nur die mitgereisten Zuschauer, sondern auch die Mannschaft selbst. 1:10 nach gerade einmal zehn gespielten Minuten war das bis dato traurige Ergebnis. Um den freien Fall zu stoppen, nahm man eine frühe Auszeit, um sich der Lage und den Faktoren, die dazu führten, bewusst zu werden. Die Auszeit zeigte Wirkung. Ab diesem Zeitpunkt konnte die SGH das Ergebnis ausgeglichen gestalten, rannte aber einem an diesem Tag uneinholbaren 8-9 Tore Rückstand hinterher. Nach gut 20 Minuten kam dann die nächste Hiobsbotschaft für die SGH, als eine Spielerin zum dritten Mal für zwei Minuten vom Feld musste. Die Rote Karte dezimierte den Kader erneut. Aufregung gab es dann kurze Zeit später. Nach einem Foul an einer SGH Spielerin, die am Boden liegen blieb, deutete der Zeitnehmertisch ein Signal der Unparteiischen falsch und stoppte die Uhr. Die Schiedsrichter, über deren Leistung sich weder die SGH noch der BSC beschweren können, versuchten den Vorfall zu klären. Die Diskussion schaukelte sich jedoch hoch, was mit der Entlassung des Zeitnehmers endete. Ab diesem Zeitpunkt musste ein Zeitnehmer sich um die Führung des digitalen Spielberichts und um die Anzeigetafel / Uhr kümmern. In der Halbzeitpause rekapitulierte man erneut die ersten zehn Minuten des Spiels sowie die darauffolgenden besseren 20 Minuten. Es spricht für die Mannschaft, dass sich diese zu keiner Zeit aufgab und dem BSC in der zweiten Halbzeit Paroli bot. Hatte man die erste Halbzeit noch mit acht Toren verloren, konnte die zweite Hälfte offen gestaltet werden. 23:31 hieß es am Ende aus Sicht der SGH.

Sandra Mechler feierte im Tor der SGH einen sehr guten Einstand. In ihrem ersten Spiel für die Damenmannschaft konnte sie viele Bälle entschärfen und war somit ein guter Rückhalt für die Mannschaft. Auch Julia Papritz kam zu ihrem Debüt und durfte erstmals Landesligaluft schnuppern.

Alles in allem muss man der Mannschaft ein Lob für ihren Willen und ihre Moral aussprechen. Gerade die zweite Hälfte sollte jeder Spielerin eindrucksvoll gezeigt haben, dass man mit Mut und Selbstvertrauen viel erreichen kann. Dieses Selbstvertrauen gilt es nun, in die nächsten Partien mitzunehmen. Am kommenden Samstag ist die HSG Mannheim II zu Gast in der Hohenstaufenhalle. Anwurf ist um 16 Uhr.

05.10.15

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