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Köhlerteam demonstriert das alte Handwerk - Odenwälder Spezialitäten fürs leibliche Wohl


(Fotos: Thomas Wilken)

(tom) Wer von den heißen Tagen dieser Woche noch nicht genug hat, der ist beim Kohlenmeiler in Oberzent-Hinterbach richtig. Noch bis 4. August schwelt der große, mit Gras und Erde abgedeckte Holzberg vor sich hin, ehe er dann Holzkohle in bester Qualität freigibt.

Zur Eröffnung des Oberzent-Hotspots durch Bürgermeister Christian Kehrer waren bereits etliche Interessierte gekommen. Natürlich glüht nebenan auch der Grill und läuft der Zapfhahn, wenn das Kohlenmeiler-Team die Gäste bewirtet.
Eine solche Demonstration alten Brauchtums ist nur möglich, „ wenn sich viele engagieren“, freute sich das Stadtoberhaupt. Leider, bedauerte er, verlor das Team in den vergangenen Jahren viele Aktive. Für die wurde eine Gedenkminute eingelegt.
„Den Meiler kann man hier durchführen“, ging Kehrer auf die lange Trockenheit ein. Denn auf der einen Seite fließt der Bach, auf der anderen des offenen Geländes verläuft die Straße. „Außerdem haben wir fähige Feuerwehrleute dabei“, betonte er. Da nicht die höchste Waldbrandstufe ausgerufen ist, sind auch keine gezielten Sicherheitsmaßnahmen notwendig.
Das Kohlenmeiler-Team ist stolz auf das Geleistete, hob Alexander Ihrig für die etwa 30 Aktiven hervor. „Wer den Meiler sieht, merkt, da sind Profis am Werk“, sagte er mit Blick auf andere, 100 oder 200 Kilometer entfernt errichtete „Meilerchen“. Die daraus gewonnene Holzkohle hat eine 1a-Qualität, lobte er. Dem Ganzen geht aber auch eine monatelange Arbeit voraus.
In Zusammenarbeit mit den beiden Chef-Köhlern Thomas Frisch und Ralf Fischer, die sich dem Koloss in den kommenden Tagen rund um die Uhr widmen, ging Kehrer dann an die Entzündung. Dazu wurden vier Eimer glühende Holzkohle in den Schacht, den Quandel, gefüllt, was den Meiler zum Rauchen brachte. Danach verschlossen die Helfer schnell wieder die Öffnung, damit nicht zu viel Sauerstoff reinkommen konnte.
„Die Vorarbeit war stressfrei“, freute sich Fischer. „Wir haben ordentlich was weggeschafft.“ Dass es dieses Mal um die 30 Helfer statt wie vor zwei Jahren „nur“ 20 waren, trug ebenfalls zur Effizienz bei. Einige, die in den Vorjahren zugeschaut hatten, fanden Spaß an der Sache und machten kurzerhand mit. Das Team setzt sich überwiegend aus Hinter- und Finkenbachern zusammen.
Einer der „Neuen“ ist Thorsten Kaiser. Der war vor zwei Jahren quasi „Dauergast“. Thomas Frisch sprach daraufhin seinen Vater wegen Hilfe an. „Jetzt sind wir an allen Tagen dabei“, lachte Kaiser. Ihm gefällt die schöne Geselligkeit an diesem idyllischen Fleckchen Erde. Der geborene Finkenbacher hat gleich die ganze Familie mitgebracht. „Das macht Spaß und die Jungs kommen vom PC weg“, schmunzelte er.
Seit Anfang April liefen die Vorarbeiten, bei denen sich das Team jeden Samstag auf dem Gelände traf und es für die Veranstaltung herrichtete. In den Tagen vor dem Startschuss schaltete man auf täglich um. Denn etwa 20 Meter Buchenholz wollten aufgeschichtet werden. Sie bekamen danach eine Moosschicht, damit das „Gestübb“, die Erde, als luftdichte Abdeckung nicht durchrieseln kann. Denn sonst kommt keine Glut mehr ans Holz.
Die so gewonnene, hochwertige Holzkohle wurde früher, als das alte Handwerk noch zum Lebensunterhalt diente, für Hufschmiede und Erzverhüttungsbetriebe gebraucht. Sogar Bügeleisen im Haushalt wurden damit befüllt. Heute wird sie von „Grillprofis“ hochgeschätzt. Etwa 30 Kilo Holzkohle pro Festmeter Holz sind das Ergebnis der schweißtreibenden Arbeit.
Die Kohle zeichnet sich durch einen hohen Brennwert und Langlebigkeit aus. Deren gute Qualität kann man daran erkennen, dass sie leicht bricht, bläulich glänzt und kaum abfärbt. Um dies zu erreichen, ist ein hoher Arbeitseinsatz erforderlich, da der Meiler natürlich rund um die Uhr bewacht werden muss. Auf dem Meilerplatz ist daneben die traditionelle Schlafstätte der Köhler aufgebaut. Neben der fachkundigen Erläuterung sorgen Schautafeln, alte Werkzeuge und Geräte für einen authentischen Einblick in das heute kaum mehr praktizierte Köhlerhandwerk.

Ab Montag, 29. Juli, hält das Köhlerteam neben den Klassikern wie Bratwurst, Steaks oder Hausmacher jeden Tag althergebrachte Odenwälder Spezialitäten fürs leibliche Wohl bereit. Es gibt unter anderem Bohnensuppe, “Erdriewe” oder Odenwälder Köhlerpfännchen. Samstag und Sonntag wird kein Tagesessen angeboten, es gilt die reguläre Speisekarte. Jagdhornbläser-Gruppen haben sich angekündigt. Der Meilerplatz befindet sich in Oberzent-Hinterbach an der Kreisstraße 37 Richtung Raubach. Besucher sind den ganzen Tag über willkommen.

Infos im Internet:
www.hinterbach-kohlenmeiler.de


27.07.19

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