Dienstag, 12. Dezember 2017

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MGV Liederkranz zu Besuch bei der Geesthachter Liedertafel


(Fotos: privat)

(bro) (ah) Wenn gestandene Männer beim Abschied Tränen in den Augen haben, dann zeigt das deutlich: Die seit 40 Jahren bestehende Freundschaft zwischen den beiden Männerchören von der Elbe und vom Neckar muss etwas ganz Besonderes sein. Begonnen hatte alles im Jahr 1977: Damals war die Geesthachter Liedertafel anlässlich der 750-Jahrfeier der Stadt erstmals beim Liederkranz zu Gast. Seither pflegen die Chöre eine enge Freundschaft mit gegenseitigen Besuchen. Entsprechend herzlich fiel auch der Empfang aus - kaum zu glauben, dass man sich nur alle paar Jahre trifft. Und auch diejenigen, die zum ersten Mal dabei waren, fühlten sich gleich so herzlich aufgenommen, als kenne man sich schon eine
Ewigkeit.


Angeführt von einer Reiterin und zwei Bläsern zogen die Chöre hinter einem kunstvoll gestalteten Freundschaftsbanner durch die neu gestaltete Fußgängerzone Geesthachts. Bürgermeister Olaf Schulze ließ es sich nicht nehmen, die 70 Gäste vom Neckar persönlich zu begrüßen und das Stadtwappen in Bronze zu überreichen. Der Liederkranz hatte als Begrüßungsgeschenk Anstecker zum 40-jährigen Jubiläum der Chorfreundschaft, ein Bild mit Widmung sowie einen Geschenkkorb "rund ums Eberbacher Wappentier" mitgebracht: mit Wildschweinschinken, Wildsautropfen und Eberbach-Aufklebern.

"Volle Fahrt voraus" hieß es dann an den beiden folgenden Tagen: Zunächst bei der Fahrt mit dem urigen Museumszug "Karoline" nach Bergedorf: Angeführt von einer schnaubenden Dampflok erlebte man auf knarzenden Holzbänken Eisenbahnflair wie anno dazumal.

Als Kontrastprogramm schloss sich die Besichtigung der hochmodernen Architektur der Elbphilharmonie an - ein ebenso teures wie grandioses Meisterwerk. Mit einer Ausnahme zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite - während der Führung durch Speicherstadt und Hafen-City öffnete der Himmel sämtliche Schleusen: Zumindest wissen jetzt alle, was mit Hamburger Schietwetter" gemeint ist.

Sehr beeindruckend war auch die Besichtigung der größten Fischtreppe Europas an der Elbe -ein ausgeklügeltes System, das von 48 Fischarten teils in großer Zahl bei der Wanderung flussaufwärts genutzt wird.

Den Höhepunkt der Chorreise bildete das gemeinsame Jubiläumskonzert - Teil zwei von "Volle Fahrt voraus", so lautete nämlich das Motto. Mit Liedern vom Norden und der Seefahrt begeisterten die beiden Chöre unter der Leitung von Karin Conrath bzw. Agnes Bröcker ihr Publikum. Der Liederkranz trug Stücke aus seinem Programm "Klabautermann und Seemannsgarn" vor - natürlich dargeboten in passender Kleidung vom Kapitän bis zum Matrosen und Fischer, begleitet von Wolfgang Menges am Schifferklavier. Und selbst die Piraten des Projektchors durften ihr Unwesen treiben - und das, obwohl das Konzert mangels eines geeigneten Saales im "Schiff" der St.-Petri-Kirche stattfand. "Santiano" und "Wir werden niemals untergehn" ließen die Chöre gemeinsam erklingen. Für Gänsehaut sorgte das abschließende "Amazing Grace" zu den Klängen eines Dudelsack-Spielers im zünftigen Schotten-Kilt.

Viel zu schnell gingen die Tage wieder vorüber, und so wurde der letzte Abend mit zahlreichen gesanglichen und humoristischen Beiträgen auch noch lange ausgedehnt. Mit den unvermeidlichen Matjes im Gepäck, die demnächst gemeinsam verzehrt werden, trat der Liederkranz wieder die Heimreise an. Aber die nächste Einladung nach Eberbach ist schon wieder erfolgt. Schließlich ist eine solch enge Freundschaft nach 40 Jahren nicht zu Ende, und es wurden zahlreiche neue Freundschaften geknüpft.

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